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Das ökologische Büro – eine Utopie?

Das ökologische Büro – eine Utopie?

Rund 4,2 Mio. Erwerbstätige gibt es Österreich. Davon arbeiten ca. 1,4 Millionen Menschen in Büros. Das ist viel Potenzial, um sich mit Sozialem, Gesundheit und Umweltbelastung zu beschäftigen. Aber das Bild vom sauberen und gesunden Büro als Arbeitsplatz ist in den letzten Jahren vermehrt in die Kritik geraten. Nicht einmal die Behörden wissen genau, welche zum Teil giftigen Stoffe im Büroalltag zur Anwendung kommen. Was die meisten nicht wissen: 1-1-1-Trichlorethan oder Xylol in Lösungsmitteln, Toluol in Faserstiften oder der Toner in Kopierern allgemein sind Stoffe, denen man täglich ausgesetzt ist. .

Obwohl das elektronische Büro schon lange propagiert wird, steigt der Papierverbrauch kontinuierlich. Weltweit werden jährlich rund 400 Millionen Tonnen Papier und Karton produziert und verbraucht. Und die Umweltzerstörung durch die Papier- und Zellstoffproduktion wächst täglich. Der pro-Kopf-Verbrauch in Österreich beträgt ca. 240 Kilo pro Jahr. Das zu reduzieren ist bis heute nicht gelungen. Dabei gibt es Alternativen, die nach einer einfachen Regel befolgt werden können: Vermeidung vor Reduzierung vor Kompensierung. Und es kann ganz einfach sein: Verwenden Sie Recyclingpapier! Die Angst davor ist absolut unbegründet. Recyclingpapier kann heute in Qualitäten hergestellt werden, die bedenkenlos in allen elektronischen Geräten wie Kopierern, Druckern oder Faxeinheiten verwendet werden können. Selbst die Angst, Geschäftspost aus Recyclingpapier könnte einen Imageschaden verursachen, ist durch die hochwertige Vielfalt unbegründet.

Umweltschutz berührt eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen, die auch die Büroarbeit betreffen. Neben den schon angesprochenen Giftstoffen in Arbeitsmaterialien kommen weitere Aspekte hinzu: so kann aus der Büroeinrichtung Formaldehyd ausgasen oder mit scharfen Chemikalien gereinigt werden. Was viele auch vergessen: Zu jedem Büro sollte ein funktionierendes Abfallwirtschaftskonzept gehören. Bei all diesen Möglichkeiten, die einen Arbeitsplatz buchstäblich vergiften können, stellt sich die Frage, wie viele Firmen bereits den Umwelt- und Gesundheitsschutz im Büro ernst genug nehmen, um die Verordnungen aktiv umzusetzen.

Denn eines darf man nicht vergessen. Abgesehen von den möglichen Rechtsfolgen zeigt sich in einem ökologischen und sozialen Umdenken ein ganz praktischer Vorteil für Unternehmen: weniger Chemikalien und ein schonender Umgang mit Wasser, Luft und Energie bedeuten besseres Klima und letztlich nachweisbare Kostenersparnisse.

2016-11-12T07:56:53+00:00